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Identitas zeigt Charakter

Im Jubiläumsjahr 2019 wurde der Ausbau der TVD mit der Einzeltierrückverfolgbar­keit von Schafen und Ziegen vorbereitet. Das Un­ternehmen wuchs erneut und stiess trotz­dem an Kapazitätsgrenzen. Die Governance wurde weiter ausgebaut. Nach 20-jähriger Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen sei­nen eigenen Charak­ter entwickelt, dem im illustrierten Teil des Geschäftsberichtes nachgegangen wird.

Wie dieses Jahr üblich, fand auch die Generalversammlung der Identitas AG im kleins­ten Kreis und mit vorherge­hender schriftlicher Stimmabgabe der Aktionäre statt. Die Ak­tionäre folgten den Anträgen des Verwaltungsrates und genehmigten Jahresbericht sowie Rech­nung und entlasteten den Verwaltungs­rat für das Geschäftsjahr 2019.

Der Jahresbericht 2019 gibt Zeugnis über das Jubiläumsjahr mit einem bedeutenden ope­rativen Verlust. Die dargestellte Struktur des Portfolios soll dem Leser das Verständnis der Produkte und Dienstleistungen erleich­tern. Detaillierte Text- und Tabellenteile zeich­nen das operative Geschäft nach und illust­rieren die Entwicklung des Unternehmens. Die Rechnung wurde erstmals im Standard Swiss GAAP FER präsentiert in einer detaillierten betriebswirtschaftlichen Darstellung. Neu wird zur Rechnung auch eine Aufteilung in Sparten geführt. Damit wird dokumen­tiert, dass keine Quersubventionierungen von ge­bührenfinanzierten zu privaten Produk­ten stattfinden. Die Beschlüsse der Aktionäre zur Verwendung des Bilanzgewinnes folgen der handelsrechtlichen Darstellung, der operative Verlust wird mit der Auflösung von Re­serven finanziert und auf die Ausschüttung einer Dividende wird verzichtet.

Der Präsident des Verwaltungsrates wird neu direkt von den Aktionären gewählt
Mehrere Artikel der Statuten wurden angepasst. Der Zweckartikel erfuhr eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten (siehe Kasten). Neu wird der Präsident des Verwaltungsrates direkt von den Aktionären gewählt. Mit dieser direkten Wahl sollen die Legitimation und die Unabhängigkeit des Präsidenten gestärkt werden. Der VR wird zudem auf 7 Mitglieder be­schränkt. Weiter ist auf eine «angemessene Vertretung der Akteurstufen der Wertschöpfungskette, der Geschlechter und soweit möglich der Sprachräume» zu achten. Alle Amtsdauern wurden auf zwei Jahre vereinheitlicht. Beiräte als strategische Beratungs­organe sind mit ihren Rechten und Pflichten in den Statuten verankert.

Neue Verwaltungsräte
Als neue Verwaltungsräte wählten die Aktionäre einstimmig Heinrich Bucher (Proviande), Andrea Leute (BLW) und Katharina Stärk (BLV). Der neue Verwaltungsrat setzt sich damit aus den drei neugewählten sowie den bisherigen Corinne Bähler, Peter Bosshard, Matthias Schelling sowie dem Präsidenten Manfred Bötsch zusammen. Die Generalversammlung nahm im Finanzbericht die Einhaltung der für 2019 gesproche­nen Obergrenzen der Entschädigungen für VR und GL zur Kenntnis und legte die Ober­grenzen für 2021 fest.

Statutenanpassungen
Die Statutenanpassungen sind eine Folge der Umsetzung der vom Parlament beschlosse­nen Revision des Tierseuchengesetzes, in der die Identitas AG formalrechtlich mit dem Betrieb der Tierverkehrsdatenbank beauftragt wird und der Bund mit einem Aktienanteil von 51 Prozent Mehrheitsaktionär bleibt. Auch die nun zweimal jährlich durchgeführten Eignergespräche mit den zwei direkt involvierten Departementen WBF und EDI sind Teil dieser Umsetzung. Noch sind auf technischer Ebene nicht alle Folgen der neuen Gesetz­gebung umgesetzt. Bis Ende Jahr sollten diese Nachführungen erfolgen.

Statuten der Identitas AG: §; Zweck
Zentrale Aufgaben der Gesellschaft sind die Identifikation von Tieren und der Betrieb der Tierverkehrsda­tenbank zur Überwachung des Tierverkehrs und der Tiergesundheit.

Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb im weiteren Sinne, die Wartung, die Weiterentwicklung von Informa­tionssystemen zu tierbezogenen Daten und weiterer vernetzter Systeme, namentlich im Bereich Tier­gesundheit, Tierschutz, Lebensmittelsicherheit, Lebensmittelkennzeichnung, Rückverfolgbarkeit sowie Tier­verkehr. Sie stellt die damit verbundene Erfüllungsverantwortung gegenüber den Auftraggebern sicher. Sie übernimmt delegierte Aufgaben, die den Vollzug agrarpolitischer Massnahmen betreffen und kann gewerb­liche Leistungen im Informatik- und Datenbereich anbieten. Sie fördert die weitere Nutzung der Daten un­ter Wahrung des Datenschutzes und informiert die Öffentlichkeit über die bearbeiteten Themen in ange­messener Form.

Sie ist befugt, sich an anderen Unternehmungen im In- und Ausland, die gleiche oder ähnliche Zwecke ver­folgen, zu beteiligen, solche Unternehmungen zu erwerben sowie alle Geschäfte durchzuführen, die mit dem Gesellschaftszweck direkt oder indirekt in Zusammenhang stehen oder ihn zu fördern geeignet sind. Die Gesellschaft ist befugt, Liegenschaften zu erwerben, zu verwalten, zu halten und zu veräussern.

Die Gesellschaft kann Zweigniederlassungen errichten und alle Geschäfte tätigen, welche geeignet sind, die Entwicklung des Unternehmens und die Erreichung des Gesellschaftszweckes zu fördern oder zu erleich­tern.

Die Gesellschaft ist nur insofern gewinnorientiert, als die langfristige Existenz der Gesellschaft zu sichern ist.

Das Gemeinsame stärken
Für die privaten Minderheitsaktionäre hat sich damit die Ausgangslage auch verändert und es entstand eine gewisse Unsicherheit über die Rolle der Privaten in Zukunft. Der Verwaltungsrat möchte dazu beitragen, dass diese offenen Punkte bereinigt werden kön­nen und wird daher im Laufe des Jahres 2020 mit den Privaten einen Dialog aufnehmen mit dem Ziel, die Fragen zu klären, das Gemeinsame zu stärken und dies letztlich in einer Beteiligungsstrategie festzuhalten. Der Verwaltungsrat ist der Überzeugung, dass letztlich Bund und Private die anstehenden Aufgaben gemeinsam am besten lösen können.

Die Verdankung an die austretenden Verwaltungsräte wird an der Generalversammlung 2021 vom 20. Mai 2021 nachgeholt.

Identitas-Geschäftsbericht 2019 «Wir zeigen Charakter»

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